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Skandal Minigolfplatz – von Anfang an ein abgekartetes Spiel.

  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 17 Stunden

Sechs Jahre liegt es nun zurück, dass der Minigolfplatz im Linzer Gemeinderat von Grün- zu Bauland gewidmet wurde. Ohne irgendeiner Notwendigkeit wurde das Naherholungsgebiet geopfert und der regionale Grünzug schwer beschädigt.

Warum? Was ist hier passiert und wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und wer trägt die Verantwortung dafür? Da wir – gemeinsam mit den Anrainer:innen und sehr vielen Engagierten - seit 2018 alles uns Mögliche gegen diese skandalöse Umwidmung unternommen haben, können wir den Fall in sechs Fragen und Antworten gut erklären. 


In diesem dreiminütigen Video erklären Renate Ortner und Christian Trübenbach von der Bürgerinitiative "Linzer Grüngürtel schützen, jetzt." gemeinsam mit Lorenz Potocnik wie es soweit kommen konnte.


2018 war die Welt noch in Ordnung und der Grünzug intakt. Das rund 5.000 m2 große Grundstück ist Grünland und in der Flächenwidmung und im ÖEK geschützt.


1.) Um was geht es? 

Ein gut geöltes Netzwerk rund um das ‚Kollegium Aloisianum‘ haben es 2020 geschafft, das Grundstück des Minigolfplatzes aus dem Grünzug herauslösen zu lassen und von Grün- zu Bauland zu machen. Diese Umwidmung hat der Privatschule einen Widmungsgewinn von rund 5 Millionen Euro verschafft.


2.) Wer hat hier die Strippen gezogen? 

Gute Frage, in diesem Fall ist das bekannt. Eingefädelt hat das alles der ehemalige Linz AG Boss Alois Froschauer. Als ‚Freund‘ des Aloisianums hat er das alles gut vorbereitet und im Vorfeld die Zusagen besorgt. Sogar bei den Medien hat er sich um freundliche Berichterstattung bemüht. Das hat er selbst herumerzählt. 

Dann hat der damalige Landesrat für Raumordnung, Michael Strugl, heute gut versorgt beim Verbund, für die Herausnahme aus dem Grünzug gesorgt. Zum Schluss haben SPÖ, ÖVP und FPÖ noch die nötige Umwidmung im Gemeinderat besorgt und noch dazu das angrenzende, städtische Grundstück verkauft, um über mehr (rechnerisch vorhandene) Fläche die vorgeschrieben Dichte von 0,65 (GFZ) am eigentlichen Baugrund zu erhöhen. Das haben wir damals klar aufgezeigt, wie so oft als einzige: Minigolfplatz, 2 Jahre nach skandalöser Umwidmung: warum verkauft die Stadt angrenzende Grundstücke? 


3.) Ist das Korruption? 

Ja sicher. Wir wüssten nicht, was es sonst wäre. Öffentliches Interesse gab und gibt es bei dieser Umwidmung nicht. Das konnten wir über ein Gutachten einer gerichtlich beeidigten Sachverständigen beweisen. Es ging und geht nur um kurzfristiges Einzelinteresse. Eine sogenannte Anlasswidmung ist verfassungswidrig. In Österreich ist diese Art der strukturellen Korruption aber leider an der Tagesordnung. Auch wenn das keine Stadtentwicklung und Raumplanung, sondern Freunderlwirtschaft ist.  


Wie ein Keil ragt das Grundstück des Minigolfplatzes in Zukunft ins Grünland und den Grünzug. Mit einer Arrondierung, wie behauptet, hat das nichts zu tun.


4.) War das zu verhindern? 

Wir haben alles versucht, um das zu stoppen. Wir haben die Bürgerinitiative "Linzer Grüngürtel retten, jetzt!" unterstützt, Öffentlichkeitsarbeit betrieben und die Lügen aufgedeckt, zum Beispiel, dass es sich um eine Arrondierung handeln würde. Dazu haben wir Demos organisiert und ein Gutachten bestellt, um zu beweisen, dass es kein öffentliches Interesse gibt. Und wir haben alle Instanzen bis zum Verfassungsgerichtshof durchgefochten. Sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte haben wir 2025 noch angerufen. Ohne Erfolg. Alle Beschwerden wurden ohne Begründung abgelehnt. Das lässt am Rechtsstaat zweifeln. 


5.) Was ist mit dem Minigolfplatz? 

Das ist sicher der schönste und charmanteste Minigolfplatz weit und breit. Doch diese schöne  Nutzung (seit den 1970er Jahren) ist irrelevant und in der Causa ein Nebenschauplatz. Es geht nur um die verfassungswidrige Umwidmung von Grünland und die strukturelle Korruption, die damit einhergeht. Es muss allen bewusst sein, wer die Verantwortung für diese Machenschaft trägt. 


6.) Was passiert mit dem Grundstück? 

Die Firma Swietelsky hat das Grundstück vor fünf Jahren gekauft und dann abgewartet, was rechtlich herauskommt. Jetzt in Kürze (Sommer 2026) soll die Baustelle beginnen. Sieben Villen mit rund 35 Wohnungen sollen hineingequetscht werden. Eine Tiefgarage wird das ganze Grundstück versiegeln. Dabei kostet eine kleine Wohnung 600.000 €, eine größere, für eine Familie mit zwei Kindern, 1,2 Millionen €. Bitte wer kann sich das leisten? Der Verkauf geht noch dazu schleppend. Kein Wunder, denn aktuell sind ein Dutzend solcher freifinanzierten Luxus- und Anlageprojekte am Markt. Der Bedarf ist nicht gegeben. Wer es nicht glaubt, kann es hier nachsehen: https://swietelsky.immo/projekte/stadtvillen-freinberg?anchorList=true 


Die - wie so oft - geschönte Visualisierung täuscht: Die großen Bäume im Vordergrund gibt es nicht und wird es nie geben, der Maßstab ist komplett verfälscht und auf klein und niedlich getrimmt. Der Höhenunterschied zwischen der Straße und den Häusern ist ebenfalls verfälscht. Es geht nur darum, potentiellen Käufer:innen das Projekt schmackhaft zu machen.


Links oben ist der Flächenwidmungsplan vor der Umwidmung (2019). Das Grundstück ist Teil eines der wichtigsten Grünzüge, der bis zur Innenstadt reicht. Hier kommt kühle Luft herein, die Artenvielfalt wird durch den grünen Korridor unterstützt.


Mehr zum Linzer Grüngürtel:








Facebook-Video Lorenz Potocnik, Oktober 2018: https://fb.watch/yrExIPlRYB/


UPDATE 21. Mai 2025 - Initiative "Linzer Grüngürtel schützen, jetzt" geht weiter rechtlich gegen die verfassungswidrige Umwidmung vor und wendet sich an das Bundesverwaltungsgericht.







Autor:in: Linz+

1.Mai 2026

 
 
 

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