Donauparkstadion: Von 9 auf 59,9 Millionen in wenigen Jahren.
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Was Insider schon längst gewusst haben, kommt nun dank eines Bundes-Rechnungshofberichts (Danke Wien!) ‘ans Licht’. Nicht nur die Kosten des Donauparkstadions sind explodiert, sondern die Basics der Rechnungsprüfung und demokratisch erforderlichen Transparenz wurden ignoriert. Wohl mit politischer Deckung.

„Die Kostenexplosion des Donauparkstadions ist eine Versiebenfachung des ursprünglich angekündigten Preises“, so Potocnik, der diesen Irrsinn und fahrlässigen Umgang mit Steuergeldern von Anfang an und als einziger scharf kritisiert und bekämpft hat. „Und obwohl das von Anfang an klar war, haben alle außer uns im Gemeinderat brav die Hand gehoben… bisher war niemand an Transparenz interessiert. Genau diese Mitläufer und Parteisoldaten wollen jetzt aber ‚Aufklärung‘ und ‚Klarheit‘?“ Statt Stehsätzen und ‘Versprechen zur Verbesserung’ braucht es in Wirklichkeit personelle Konsequenzen.
„Ich erinnere mich, als wäre es gestern. Der damalige Bürgermeister verkündete in einem Ausschuss, das neue Stadion – Teil des zwei Stadion-Pakets für Linz - würde um 9 Millionen und einer jeweils Drittelbeteiligung von Stadt, Land und Club gebaut werden. Auf mein Pochen, dass dies unmöglich sei, ein Stadion in dieser Größenordnung weit über 30 Millionen kosten würde, der Club kein Geld hätte und es Klarheit bedürfe wurde ich systematisch als „faktenbefreit“ und „unseriös“ abgestempelt.”
Meine letzte Anfrage (als einziger habe ich versucht, die Gesamtkosten laufend herauszubekommen) an die interimistische Bürgermeisterin Karin Hörzing im September 2024 wurde mit Ausreden und „nicht vorhandenen Zuständigkeiten der Stadt Linz“ vom Tisch gewischt. Wohl aus gutem Grund, denn alle Beteiligten - inklusive des heutigen Bürgermeisters - wussten bereits längst von erneuten Kostenüberschreitungen und den Versuchen des Geschäftsführers Markus Eidenberger diese nicht öffentlich zu machen. Genau dieses Vertuschen wird nun vom RH angeprangert.
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, das Donauparkstadion ist fertig. Zuletzt, in der Beantwortung meiner letzten Anfrage vom 29. Juni 2023, wurden die Kosten des Bauwerks mit 43,7 Millionen Euro beziffert. Doch eine endgültige Abrechnung steht noch aus. Auch gibt es ernstzunehmende Gerüchte, dass es noch offene Rechnungen gibt.
Gibt es noch offene Rechnungen? Wenn ja, welche sind das und wie hoch sind die Beträge, die noch zu zahlen sind?
Wird es dafür noch Beschlüsse im Gemeinderat brauchen?
Wann wird es eine finale Abrechnung und Endsumme für dieses Projekt geben?
Mit der Bitte um Beantwortung.
Im Juni 2023 habe ich erneut sehr genau in 14 Fragen zu den Kosten des Donauparkstadion nachgefragt:
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, seit Beschlussfassung im Januar 2021 wurde das Donauparkstadion um rund 15 Millionen Euro teurer. Diese ‚überraschenden‘ Verteuerungen und der kommende, aller Voraussicht nach teure und subventionierte Betrieb werfen bei mir einige Fragen auf:
Warum wurde beim Stahl-Preis ‚Open Book‘ gewählt, obwohl die Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H. Totalunternehmer ist? Warum wurde dieses hohe Risiko nicht beim Totalunternehmer gelassen? Gibt es für die Übernahme dieses Risikos durch die Immobilien Linz GmbH (ILG) einen schriftlichen Beschluss in der ILG, wenn ja, wie lautet dieser genau, von wem wurde dieser beschlossen und wann?
„Sponsoren“ unter die Lupe nehmen
„Seit Freitag bekomme ich wieder Hinweise aus der Baubranche“, so Potocnik, der darauf hinweist, dass die Kostenüberschreitungen auch durch „Sponsoring“ der beteiligten Firmen entsteht. „Schau dir einmal die Sponsoren näher an…. die müssen Summen an den Verein abgeben“, oder: „So etwas kommt raus, wenn es sich der öffentliche Auftraggeber leicht macht und einen GU- bzw. Totalunternehmer beauftragt…. somit das Bundesvergabegesetz umgangen wird und für die einzelnen Teilgewerke nicht der Bestbieter, oder günstigste Billigstbieter über Vergabeplattformen beauftragt wird… sondern direkter beauftragt werden kann und über Nachträge und Mehrkostenforderungen Sponsoring eingepreist werden kann.” Über Umwege zahlt so dann natürlich die öffentliche Hand.
Klare Verantwortung – Konsequenzen notwendig
Das Fiasko ist politisch vom heutigen Bürgermeister und dem Aufsichtsrat der ILG und operativ vom Geschäftsführer der ILG, Markus Eidenberger, zu verantworten. „Dieser schießt einen Bock nach dem anderen“, so Potocnik, der auch personelle Konsequenzen fordert. Denn ein paar Stehsätze und ‚Verbesserungen zu versprechen‘ genügt bei diesen systematischen und zum Teil gewollten Verfehlungen nicht: „Nach den Fehlplanungen bei der Tabakfabrik, Stichwort Hochgarage oder Innenhof, wird nun für alle das Versagen auch beim Donauparkstadion offensichtlich. Der Rechnungshof bemängelt ‚Basics' der Rechnungsprüfung und Projektsteuerung, die hier nicht eingehalten wurden. Auch der Gemeinderat wurde bewusst nicht informiert. Wie lange leistet sich Linz – auch in Hinblick auf die kommende Sanierung des Neuen Rathauses - noch diese Inkompetenz?“
Ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht unser Blogeintrag vom Mai 2023: www.linzplus.at/post/donauparkstadion-fass-ohne-boden
Download des Berichts:
Linz+ Chronologie des Stadions:
8. September 2021: https://www.linzplus.at/post/donauparkstadion-neu-linz-muss-mit-dem-land-oö-nachverhandeln
29. Juli 2021: https://www.linzplus.at/post/neues-donauparkstadion-linz-kostenanteil-für-die-stadt-linz-hat-sich-verneunfacht
Hier zum Download die wesentlichsten Gemeinderatsanträge zum Stadion seit Januar 2021:
Facebook-Einträge seit 2020
20. Juli 2020: LINZA berichtet: Potocnik fordert Finanzierungskonzept, Gemeinderat tappt im Dunkeln:
21. Oktober 2020: Ihr kritischen Geister, bitte schaut euch das an.
30. Dezember 2020: Chronik eines angekündigten Fiaskos!
7. Januar 2021: Ich sehe schwarz beim Donauparkstadion. Die Kosten explodieren. Das Risiko hat nur mehr die Stadt. Darum redimensionieren.
23. Januar 2021: Ich bin wirklich geschockt, wie hier vorgegangen wird. 9 Mio € waren ausgemacht.
17. Juli 2021: Koste es was es wolle, wenn Edelfan Klaus Luger das so will. Doch dieses Stadion wird uns noch jahrelang Kopfzerbrechen bereiten.
8. September 2021: Potocnik fordert, die Stadt muss nachverhandeln und Kostenanteil des Landes erhöhen:
8. September 2021: TIPS berichten, Potocnik fordert Nachverhandlungen: https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0ZmjgqVtHMGZY1x92rVJDK7cmFjJPtoZdW1Jhjb6TqBGFgFNX98VKjBDxhRQUmzy8l&id=801802686603062
16. September 2021: Potocnik deckt auf: #Donauparkstadion
17. März 2022: Überraschung!!! Das Stadion wird wieder teuer. Alle haben brav mitgemacht.
18. März 2022: Donauparkstadion hat als Schwarzbau begonnen. Wenn der B das will, dann wird betoniert.
25. Februar 2023: Zwei neue Stadien für jeden Verein eines, aber das Geld fehlt bitter bei den Kernaufgaben. Darauf ist die Luger-SPÖ auch noch stolz.
12. Januar 2021: In ein paar Jahren will es dann niemand gewesen sein.
Medienberichte:
23.5.2023, Österreich:
25.5.2023, OÖN:

Basis dieses langen und kritischen Interviews war folgendes Pressestatement. Hier zum Download:
Autorin: Linzplus
20.4.2026









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