Waldegg- und Freistädterstraße – Abriss von GWG von langer Hand geplant
- 9. Jan. 2023
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Feb.
Morgen Dienstag 10.1.2023 um 18 Uhr „informiert“ die GWG zum geplanten Abriss des Hauses in der Waldeggstrasse 13-15 im Wissensturm. In der Einladung dazu wurde von „Sanierung“ gesprochen. Doch offensichtlich ist genau das Gegenteil, ein Abriss seit Jahren von langer Hand geplant. Das haben Erkundigungen und Gespräche mit den Bewohnern klar gemacht. Was für ein mieses Spiel veranstaltet die städtische Wohnbaugenossenschaft da?
Haus Waldeggstraße 13-15, hof- uns straßenseitig.
Genau gleich geht die GWG übrigens mit dem intakten aber wohl absichtlich schlecht gepflegten Haus in der Freistädterstraße 13-19 vor. Da findet die „Infoveranstaltung“ am 8. Februar statt.
Lorenz Potocnik hat bei den Bewohner:innen nachgefragt
Weil ich von einer Sanierung als richtige und zeitgemäße Vorgehensweise überzeugt bin, habe ich mich am Wochenende in der Waldeggstrasse durchgeläutet. Was ich da erfahren habe, zeichnet ein verheerendes Bild:
Die Mieten liegen bei rund 300 € für 50-60m2 große Wohnungen. Niemand in der Waldeggstraße will ausziehen. Alle sind sich aber einig, dass sich die GWG seit Jahren nicht um das Haus kümmert. „Zuletzt wurden vor 25 Jahren die Fenster ausgetauscht und eine Wärmedämmung aufgebracht. Im Stiegenhaus 15 stehen seit mehreren Jahren 4 Wohnungen leer, im Stiegenhaus 13 sind es genauso viele, einige Wohnungen sind zwar vermietet, aber es ist nie jemand da, auch das kontrolliert keiner. Seit 50 Jahren wurde nicht mehr ausgemalt, auch einfache Schäden, zum Beispiel an der Eingangstüre werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr behoben.“ berichten die Bewohner einstimmig. „Auch hat mit uns bisher niemand gesprochen, aber die Müllmänner (!) haben uns bereits vor zwei Jahren im Vorbeigehen zugeraunt, dass das Haus abgerissen wird. Das gleiche haben wir vom Elektriker gehört, der einen neuen E-Kasten eingebaut hat („Das lohnt sich eigentlich nimmer, in zwei Jahren muss ich den wieder herausreißen“). Auch eine Familie, die im Dachgeschoss ausziehen musste, wurde das vor mehreren Jahren informell von einem GWG-Mitarbeiter zugeflüstert.“
Großes Grundstücksbeschaffungsprogramm
Seit fünf Jahren wird erwiesenermaßen nicht mehr neu vermietet. Stadtentwickler und PLUS-Gemeinderat Lorenz Potocnik: „Für mich ist es offensichtlich, dass ein Abriss bereits 2016/17, wohl gleichzeitig mit dem Abriss im Franckviertel (Wimhölzel-Hinterland) beschlossen wurde. Genau seitdem werden nämlich keine Wohnungen mehr neu vermietet. Abgesehen davon, dass die gemeinnützige GWG hier sehr viel Leerstand in Zeiten des Wohnungsmangels produziert und schlecht verwaltet, täuscht sie auch ihre eigenen Mieter. Ohne meiner Information hätten alle geglaubt, dass Ihnen bei der „Informationsveranstaltung“ die zukünftige Sanierung erläutert wird, so wie es in der Einladung auch stand. In Wirklichkeit arbeitet die städtische Wohnungsgesellschaft aber am Abriss und einer Umsiedelung, seit 5 Jahren. Wohl weil der Abriss im Wimhölzel ein kommunikativer Supergau war (und nur dank millionenschwerer Zuschüsse der Stadt abgewickelt werden konnte) und es im September 2021 die Wahlen gab, hat man das Abriss- und Grundstücksbeschaffungsprogramm offenbar nach hinten verschoben. Das ist jetzt ersichtlich.“
Bestelltes Gutachten
Derselbe Baumeister, der im Wimhölzel eine Abbruchreife „festgestellt“ hatte, ist nun auch hier am Werken. „Datiert ist das Gutachten vom September 2022. Entweder es wurde einfach noch schnell bestellt, um im Vorfeld des „Sozialplans“ eine formale Grundlage zu beschaffen (das Gutachten stand den Gemeinderätin NICHT zur Verfügung), oder es ist schon viel älter und wurde aber erst jetzt dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt. Beides ist – auch in Hinblick auf die wichtige Entscheidung in der letzten Gemeinderatssitzung – sehr fragwürdig. Ein Abriss – siehe oben – wurde offenbar seit 5 Jahren beschlossen und die Vorkehrungen dafür getroffen (keine Nachmieter, Leerstand), das „Gutachten“ aber erst jetzt beschafft?“ ist Potocnik fassungslos über die Vorgehensweise der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, die nicht nur die Bewohner sondern offenbar auch die Gemeinderäte hinter das Licht führen will.
Gutachten Waldeggstraße:
Rechtliche Schritte prüfen
„Ich werde rechtliche Schritte prüfen, ob dies dem nötigen sorgsamen Umgang mit öffentlichem Gut (die GWG ist 100% Tochter der Stadt Linz) genüge tut.“ ist Potocnik entschlossen, gegen diese groben Abrisspläne Widerstand zu leisten. „Eine sorgsame Sanierung ist soziale und volkswirtschaftlich sinnvoller und auch stadtklimatisch ein Muss für die städtische Wohnbaugenossenschaft. Das fordere ich mit allem Nachdruck. Unmittelbar angrenzend in der Waldeggstrasse steht ein identes, baugleiches Haus im Eigentum der JUST_Immobilien. Kein Mensch denkt dort über einen Abriss nach. Das Haus ist gut in Schuss und gepflegt und alle sind zufrieden. Dass die GWG städtisches Vermögen jahrelang herunterkommen lässt, keine Rücklagen bildet und viele Wohnungen jahrelang leer stehen lässt, um so einen Abriss vorzubereiten und sich ein billiges Grundstück für einen Neubau zu verschaffen, erinnert eher an die rücksichtslosen Methoden von Investoren- und Immobilienhaien. “
Waldeggstraße 13-15
Medienberichte:
folgen...
Mehr zum GWG-Abriss:
13.12.2022 Lernt die GWG nicht dazu? Wieso sollen schon wieder intakte Häuser abgerissen werden? (linzplus.at)
UPDATE 3. Februar 2026 Der Abbruch ist in vollem Gang
Tatort Freistädterstraße: Der vor Jahren beschlossene Abbruch von Wohnungen aus den 1930er Jahren hat begonnen. Viel Wohnraum wird vernichtet, um das ganze nachher wieder - mit Tiefgarage und Bodenversiegelung - wieder aufzubauen.
Die offizielle Geschichte: Die Häuser waren so marode.
Die Wahrheit: Die "Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften" kommen durch diese Abbrüche und Neubauten an defacto Gratis-Grundstücke und frische Millionen der Wohnbauförderung heran.
Denn die Häuser sind nicht marode, das ist jetzt beim Abbruch besonders gut zu sehen. Die Decken sind aus Beton, dicke Wände aus Ziegeln, die Stiegen aus Stein. All das könnte leicht saniert werden. Doch die Sanierung ist "mühsam", bedeutet viel mehr Arbeit und Nachdenken, Mietermanagement, weniger Förderung.
Eine Sanierung ist aber im öffentlichen Interesse. Denn Ressourcen werden geschont, sinnlose (im Neubau vorgeschriebene) Haustechnik kann entfallen, langfristig leistbarer Wohnraum bleibt erhalten. Weiters entfällt die Tiefgarage. Das reduziert MIV (Garagen sind ursächliche Verkehrserreger) und schon gewachsenen Boden im Innenhof. Dort können das Regenwasser versickern und große Bäume wachsen. Das kühlt unsere Stadt und erspart uns teure stadtklimatische "Reparaturen" im öffentlichen Raum. Auch die Volkswirtschaft profitiert von Sanierungen, weil wenig Material und viel Arbeitskraft im Einsatz ist. Beim Abbruch und Neubau ist es umgekehrt. Viel Material, wenig Arbeitskraft. Davon profitieren kurzfristig die Industrie und private Bauunternehmen.
Warum passiert das? Weil weder die Stadt noch das Land OÖ den Überblick haben und das öffentliche Interesse sowie viele beschlossene Ziele, z.B. die Klimaneutralität, in ihr tägliches Tun und in ihre 'Planungen' nicht integrieren. Statt dessen wird #greenwashing und Scheinklimapolitik betrieben.
Das möchte ich mit Linzplus ändern. Darum kämpfe ich seit Jahren für die Sanierung und gegen Abbruch und Neubau.
Zum Beispiel so: https://www.linzplus.at/post/sanierungen-statt-neubauten
oder ganz konkret hier: https://www.linzplus.at/post/lernt-die-gwg-nicht-dazu
Leider ist das alles eher eine Fachdiskussion, die kaum in die Breite kommt.
15. Januar https://www.facebook.com/share/p/18KzW4iBmQ/
"Reconstructing" nennt die GWG ihre Abbruch- und Neubauprojekte. Hier in der Freistädterstrasse, wo wertvolle Substanz und billiger Wohnraum vernichtet wird um eine 0815 Kiste mit Tiefgarage hinzustellen.
So, mit more of the same, wird es nichts mit der Klimahauptstadt und Klimaneutralität. Info von 2022 https://www.linzplus.at/post/gwg-jahrelang-nix-gemacht
So könnte mehr Sanierung passieren, doch ÖVP und FPÖ blockieren auf der Landesebene: https://www.linzplus.at/post/sanierungen-statt-neubauten
Februar - Abbris ehemalige Kunstuniversität Reindlstraße - urfahr https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0q55ie6E4PgyBDbBYyrth2zFvLy186fXYAYvLwHrzvazyXRAuQCL5uQvp6TFbLEUrl&id=100063481789551
Ich muss es noch einmal posten. Weil es wirklich weh tut, wie hier ein junges, robustes Bauwerk vernichtet wird. Man sieht richtig, wie schwer sich der Bagger mit dem Stahlbeton tut.
Anstatt das Haus z.B. auszuräumen und dann mit der Struktur weiterzubauen, werden wertvolle "graue Energie", sprich Ressourcen vernichtet um dann wieder komplett neu zu bauen.
So ein Vorgehen ist im Jahr 2026 durch nichts mehr zu rechtfertigen. Besonders enttäuschend ist das von der ARE (BIG), die als Bundesimmobilien Gesellschaft das langfristige, öffentliche Interesse vor kurzfristigem Gewinn anstreben sollte/müsste.
Denn so wird das nichts mit der Klimaneutralität. Weder in Linz noch österreich- noch EU-weit.
Anstatt eines Abbruchs hätte es einen Sanierungs- und Weiterbauwettbewerbs bedurft.
Das soll hier entstehen: https://www.linza.at/sonnenstein/
#wirsindlinz #weillinzmehrbraucht #linzplus #absolutunabhängig #wirkümmernuns #stadtplanung #stadtentwicklungfürlinz
Autor:in: Linz+
9.1.2023





























Kommentare