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"Wir büßen, dass jahrelang nichts gemacht wurde.“

Abrisspläne zweier Wohnanlagen in der Freistädterstraße 13-19 und Waldeggstraße 13-15


Links Haus Waldeggstraße 13-15, hofseitig. Rechts Freistädterstrasse 13-19, Ansicht von der Straße


In der letzten Gemeinderatssitzung am 15. Dezember wurden von Seiten der Linzer Mandatar:innen 75 billige Wohnungen zum Abbruch freigegeben. Unter dem Deckmäntelchen eines „Sozialplans“ hat die Mehrheit das nicht weiter hinterfragt und durchschaut, was da von der GWG und SPÖ gespielt wird. Auch die Grünen, die seit einem Jahr mit Architekt und Stadtplaner Markus Rabengruber Kompetenz hätten, sind mitgegangen, wohl im Glauben es geht beides, „gut“ und „brav“ sein und Kritik üben. Doch zuerst 360.000 für Mehrkosten und Umzüge, getarnt als „Sozialplan“ freigeben und dann anschließend für eine Sanierung kämpfen, nein, das ist wie so oft nicht glaubwürdig. Das geht sich maximal als Presseaussendung aus.

Wir bleiben dabei: Das Vorgehen ist grob und die wahren Gründe werden nicht genannt. Wir fordern eine Einbindung der Anrainer:innen, des städtischen Klimabeirats und der Klimabeauftragten (Johannes Horak und Oliver Schrot) sowie fähiger Architekt:innen, die etwas von Sanierungen verstehen. Ein Gutachten eines Baumeisters (immer der gleiche) ist definitiv zu wenig und einseitig, für eine so weitreichende Aufgabe. Die Stimmung in den Häusern ist schlecht. Da zuerst die Beschlüsse fallen und dann erst „informiert wird“ (10. Januar bzw. 8. Februar) fühlen sich die Mieter, viele davon mit unbefristeten Verträgen, getäuscht. Die Weihnachtsfreude ist dahin, der Tenor: „Hier wird ein schmutziges Spiel gespielt. Sollen wir jetzt dafür büßen, dass Jahrzehnte zu wenig getan wurde“.

Das war die Wortmeldung unserem Mandatar, Stadtentwickler und ausgebildetem Architekten Lorenz Potocnik:

Die GWG will wieder einmal abreißen und neu bauen. Weil es im Franckviertel „so gut geklappt hat”, soll die Stadt Linz wieder Geld zuschießen, diesmal 360.000 €. Damit sollen die rund 70 Wohnungsmieter:innen entschädigen und die Mehrkosten bei Neumieten gedeckt werden. Verrückt oder? Wohnkosten schießen überall nach oben und die gemeinnützige, städtische Wohnbaugenossenschaft hat nichts Besseres zu tun, als 75 billige Wohnungen zu vernichten? Dazu haben wir geblogt: www.linzplus.at/post/lernt-die-gwg-nicht-dazu

In dem Antrag zu diesem „Sozialplan“ heißt es lapidar “Sowohl Lage, Ausstattung der Wohnungen als auch die Gebäudesubstanz sprechen für einen Abbruch und Neubebauung.” Das ist eine sehr vereinfachte Herangehensweise, die den Herausforderungen unserer Zeit nicht mehr gerecht wird. Deshalb haben wir uns die Häuser, beide, von oben bis unten sehr genau selbst angesehen. Und wie vermutet, sind die Häuser in gutem Zustand, grundsolide aber bedürfen natürlich einer Sanierung. Und diese Sanierung, viel mehr ein kluges Sanierungskonzept, fordern wir ein.

Daher haben wir diesen sogenannten „Sozialplan“ auch konsequent abgelehnt.

Zwei wesentliche Gründe dafür haben wir im Gemeinderat ausgedrückt:

A) Die Unterlagen, die wir hier im GR bekommen haben, sind mehr als dürftig. Das ist zu wenig für so ein weitreichendes Unterfangen. Für unser Empfinden ist es respektlos gegenüber den Linzer Gemeinderät:innen, eine so wichtige Entscheidung mit derart wenig Erklärung herbeizuführen. Das absolute Minimum wäre volle Transparenz bei den Gutachten zu den Gebäuden.

In Wirklichkeit braucht es aber einen vollkommen neuen Zugang zur Sanierung. Eingebunden gehören Architekt:innen (nicht nur die immer gleichen Baumeister und Buchhalter), der städtische Klimabeirat, die Stadtklimatologen und natürlich die Bewohner:innen selbst. Am Besten wäre ein kleiner Sanierungswettbewerb, da die GWG offenbar keine Ideen dazu hat.

B) Zur Sanierung. Wir haben den Eindruck, es geht gar nicht um die Substanz selbst, die ja in Ordnung ist. Die wahren Hintergründe für den gewünschten Abriss (und die damit einhergehende Geldspritze durch die öffentliche Hand) sind vielschichtiger, liegen woanders, sollen aber verborgen bleiben.

Aus der Erfahrung im Wimhölzel Hinterland (Franckviertel) haben wir so unsere Vermutungen:

  1. Ist eine Sanierung eines bewohnten Hauses zu aufwändig und arbeitsintensiv und daher von der GWG nicht gewünscht?

  2. Ist eine Sanierung nicht so gut gefördert? Gibt es hier nicht so gute Kredite und „frisches“ Geld wie beim Neubau?

  3. Wurde verabsäumt, über die Jahre die notwendigen Rücklagen zu bilden?

  4. Gibt es einen – nun teuer kommenden – Sanierungsstau, weil die notwendigen Sanierungen über die Jahre (Dach, Steigleitungen, Elektrik) nicht erfolgt sind?

  5. Fehlt es an Bewusstsein für die Wichtigkeit dieser billigen Altbauwohnungen? Diese sind dank “fehlender” Tiefgarage, Lift, Balkon, Haustechnik usw. auf lange Sicht immer billiger als jeder Neubau. Auch können wir solche einfachen Wohnungen im Neubau gar nicht mehr herstellen.

  6. Fehlt es an Bewusstsein für die enorme stadtklimatische und ökologische Relevanz bei Abbruch/ Neubau bzw. einer Sanierung? Eine Sanierung schont Ressourcen, Altbau bindet enorme “graue Energie” und ist daher die umweltfreundlichste Variante.

  7. Sollen mit einem Abbruch in Wirklichkeit zwei wertvolle Grundstücke für einen Neubau und somit neue Förderungen billigst gewonnen werden? Auf Kosten der Mieter:innen?

  8. Ist der Abbruch und vor allem der Neubau einfach ein besseres „Geschäft“, als das Vermieten im Altbestand?!

Mehr Infos:


+++ Bisher geheim gehaltene „Gutachten“ zu den zwei Objekten des immer gleichen Sachverständigen:


Gutachten Freistädterstraße:

SCAN Gutachten GWG-Freistädterstrasse 13-19.komprimiert
.pdf
PDF herunterladen • 2.38MB

Gutachten Waldeggstraße:

SCAN Gutachten GWG-Waldeggstrasse 13-15.komprimiert
.pdf
PDF herunterladen • 2.30MB

Freistädterstraße 13-19

Waldeggstraße 13-15


Medienberichte:

Printversion:


Mehr zum GWG-Abriss:



Autor:in: Linz+

18.12.2022

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