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RLB "Klimapark": Viel Schall(er) und Rauch

In Reaktion auf unsere Öffentlichkeitsarbeit www.linzplus.at/post/baummassaker-bei-raika-projekt vom 3.11. und kurz bevor die Baumfäller gestern Montag 13.11. zur Tat geschritten sind hat nun auch die Stadt Linz eine Presseaussendung veröffentlicht. Paradigmenwechsel beim Baumschutz bei RLB-Neubau | Stadt Linz


Darin ist sich die grüne Stadträtin Eva Schobesberger nicht zu blöd, auf die PR-Offensive der RLB aufzuspringen und von einem „Paradigmenwechsel“ zu sprechen. Echt jetzt? Weil 20 neue Bäumchen gepflanzt werden, während gleichzeitig dutzende alte, stadtwirksame wegen der Tiefgarage und Baustelleneinrichtung vernichtet werden? Offenbar genügt es als RLB sechs Baumpatenschaften „Gold“ im Wert von vergleichsweise lächerlichen 100.000 € zu übernehmen, um die Stadträtin für sich zu gewinnen. Oder ist ihr nicht bewusst, was da wirklich passiert?



ROT = neue Straße, 2000 m2 neuer Asphalt, GELB = Tiefgarage und Baustelle, der 36 Bäume zum Opfer fallen, LILA = neue Busspur, weil der "RLB-Campus" nicht mehr durchfahren werden soll. das vernichtet 550m2 gewachsenen Boden und eine 100-jährige Eiche. Alles auf Wunsch der mächtigen Bank. Ermöglicht hat das eine schwache, inkompetente und mit der RLB verhaberte Stadtspitze.


Wir lassen uns auf jeden Fall nicht gerne über den Tisch ziehen, auch nicht „einkaufen“ mit ein paar Patenschaften, deren Wert gerade einmal den von 3 vernichteten, großen Bäume darstellt. Auch haben wir keine Lust (als Stadt, als Steuerzahler) den enormen Schaden, den die RLB anrichtet, zu begleichen. Ganz im Gegenteil, wir wollen die Tatsachenverdrehung aufklären und möglichst vielen Linzer:innen klar machen, dass die Situation hier kein Schicksal ist und keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung darstellt. Für die Anrainer:innen und die Allgemeinheit, wohlgemerkt. Die RLB bekommt ja was sie will, einen hübschen Campus, auf öffentlichem Grund.


Links der Ist-Zustand. Rechts die wohl absichtlich täuschende Grafik, die so tut, als entstünde hier ein "Klimapark". Die Realität wird jedoch zeigen, dass hier eine neue Hitzeinsel entsteht.


Überlegungen von Architekt Günter Eberhardt, Baumrettungsinitiative.


Unsere massive Kritik am Projekt der RLB:

  • Keinerlei Transparenz. Bis heute wurde nicht öffentlich gemacht, was auf Straßenniveau passiert. Bis heute kennt niemand (außer wenigen Insidern natürlich) die Ausmaße der Tiefgarage und die tatsächlichen Konsequenzen des Projekts. Eine seriöse Anrainerinformation gab es nicht. Eine Ausstellung (z.B. im Foyer der Bank) auch nicht. Der vor nur wenigen Tagen gelieferte „Plan“ ist eine vorsätzliche Täuschung. Dem Bild nach könnte man ja meinen, dass hier ein echter Urwald entstünde. Dieses "Fakten schaffen" ohne öffentlicher Information ist einer Stadt wie Linz und der RLB nicht würdig.

  • Vorsätzliche Täuschung. Tatsachenverdrehung. In der dazugehörenden Presseaussendung (der Stadt!) ist von einem „Paradigmenwechsel“ die Rede. Das ist verrückt. Zuerst wird eine Straße auf die Hinterseite des zukünftigen RLB-Campus verlegt, damit die RLB schön Ruhe hat, deswegen der Bauplatz nach Osten verschoben (und überhaupt massiv vergrößert im Zuge der B-Plan-Änderung), darum müssen 36 große, wertvolle (weil stadtklimatisch bereits wirksame) Bäume fallen (z.T. wird versucht diese umzupflanzen, die Überlebenschancen sind gering, aber PR-mäßig ist das trotzdem gut für die Bank, was in zwei oder drei Jahren tatsächlich passiert ist, spielt dann keine Rolle mehr). Die Ersatzmaßnahmen, die erst in 30 -40 Jahren ihre Wirkung erzielen und deren Qualität bis heute nicht klar sind, werden als Erfolg und "Klimapark" gefeiert.

  • Goethestraße. Wieder einmal reagiert die Stadtplanung und -politik nur auf die Wünsche der RLB. Denn es hätte im Zuge des Großprojekts durchaus eine echte Chance gegeben, das Umfeld wirklich zu begrünen und zu beruhigen. Dazu hätte man die Goethestrasse bis zur Dinghoferstraße auflassen müssen. Doch dafür fehlt der Weitblick und Mut. Statt dessen wird die Straße einfach nur auf die Hinterseite des „Campus“ verschoben. Den Lärm und die Abgase haben in Zukunft hunderte Anrainer, Tag und Nacht, nicht die Büros (hinter Glas und mit Klimaanlage). Aus dieser veränderten Straßenlage, muss auch eine neue Busspur gebaut werden:

  • Busspur. Auch diese Busspur ist Ergebnis der RLB-Wünsche, ihren „Campus“ hübsch und ruhig zu bekommen. Darum, und nur darum wird die neue Busspur in der Blumauerstraße geführt und gleich öffentliches Grünland (550 m2) und u.a. eine 100-jährige Eiche mit einem Baumumfang von 3,20 m vernichtet. Aus unserer Sicht ist das inakzeptabel, die Busspur hätte zu Lasten des MIVs, nicht der Bäume gehen oder eben, so wie bisher, auf der Trasse der „alten“ Goethestrasse bleiben müssen. Aber wieder: Der halb-private Campus wird beruhigt, die Busspur verlegt und dafür öffentliches Grün und Bäume vernichtet. Wer zahlt eigentlich die neue Busspur? Die Stadt Linz?! Wir fordern, dass alle Folgekosten der RLB-Baustelle die Bank trägt!

  • Noch etwas zur präsentierten Grafik und "Information": Diese ist offensichtlich ganz bewusst so gemacht, dass man den Eindruck gewinnt, es entstünde ein Urwald. Dafür wurde einfach alles übereinander gezeichnet, die Neupflanzungen recht groß und dunkel (Zustand in 30 Jahren?), um den Rest zu überdecken und die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Entsprechend sind die gefällten Bäume nur ganz leicht grau markiert, warum nicht rot?

  • Es wird angekündigt, dass viele Bäume "umgepflanzt" werden, die Überlebenschancen sind leider gering, Ob die nicht überlebenden Bäume verpflichtend nachgepflanzt werden, das bleibt – eh klar – offen.

  • Im Plan fehlt natürlich auch jede Info und Vergleichsmöglichkeit zum Ist-Zustand, auch die entscheidende Tiefgarage ist nicht eingezeichnet. Begründung und Erläuterung, warum die 36 Bäume eigentlich fallen (oder "versetzt") werden müssen, fehlt natürlich auch. Wegen der Tiefgarage und der Baustelleneinrichtung und eines viel größeren Baufensters, als bisher.

  • Weiters sind alle Bäume in der näheren Umgebung eingezeichnet und mitgezählt, obwohl diese nicht zur Disposition stehen. Aber die „Statistik“ wird damit natürlich verbessert. „Die bleiben „alle erhalten“ ist der Subtext, ja ist das nicht wunderbar?!“

  • In Bezug auf die Neupflanzungen kennen wir keine Details. Was ist der Untergrund? Wo ist die Tiefgarage? Werden die Bäume, die eine Umpflanzung nicht überleben, auch ersetzt? Nur „Schwammstadt“ steht allgemein im Raum. Auf der Tiefgarage?! Aha.




Mehr dazu:


Hier auch schriftliche Erläuterung zu dem Projekt von Architekt Günter Eberhardt:

Sehr verwundert über die heutige Meldung der Fällungen in der Goethestrasse möchte ich einiges aufklären. Es hat den Anschein, dass man nur die Gespräche mit der Baumrettungsinitiative am Donnerstag den 9.11. abwartete, um umgehend Tatsachen zu schaffen. Es war auch kein Thema das mit den Fällungen nach zwei Jahre Planung bereits nächste Woche begonnen werden sollte.

Nach mehr als zwei Stunden intensiven Gesprächen anerkannten wir das Bemühen aus der vorgegebenen Situation noch etwas Positives zu machen.


Wir erklärten auch klar, dass die Verlegung der Goethestrasse unter 90° in die Blumauerstraße eine unglaubliche politische Entscheidung gegen jede verkehrstechnische und städtebauliche Vernunft war. So etwas wäre jedem anderen Bauträger nie zugestanden worden. Die neue Goethestrasse führt an der Glasfassade des 8 geschossigen Bankneubaus in ca. 2 m Abstand vorbei und beschallt so den mehrgeschoßigen Wohnbau auf der gegenüber liegenden Seite, der bis jetzt eine ruhige begrünte Situation hatte. Die Geländeveränderungen auf Straßenniveau bringen schallschutzmäßig für den gesamten Wohnbau in den oberen Geschoßen rein gar nichts.


Die Baumreihe in der Goethestrasse hätte zu ca. 70 % erhalten werden können, da im neuen Plan die Wiederbepflanzung mit Bäumen vorgesehen ist.

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Der Ausbau der Tiefgarage des neuen Bürogebäudes ca. 5 m nach Osten über die Gebäudefassade hinaus direkt an die Parkanlage des öffentlichen Gutes ist auf alle Fälle zu verhindern. Nicht nur, dass die wertvollen Baumkronen für die Schlitzwände zurückgeschnitten werden, auch erfolgt eine Beschädigung des Wurzelbereiches. Stand der Technik ist bereits, das man bei Nachbargrundstücken und Tiefgaragen einen entsprechenden Abstand wählt – dies wurde schon in mehreren Bebauungsplänen festgehalten.


Absolut unverständlich ist ebenfalls eine erneute Beschneidung des Parkrestes an der Ostseite für eine Busspur und Fahrradspur. So opfert man ein wertvolles Parkgrundstück, da die Busspur weder in der Goethestrasse noch in der Blumauerstraße eine Weiterführung findet und auch in Zukunft nicht finden wird. Es gibt auch keinen Grund die Fahrradspur auf Kosten des Parks nach außen zu verlegen, wenngleich neben eines Gehweges wie derzeit im Bestand auch entlang des Neubaus sich ein viel sicherer Radweg anbietet. Die abermalige Verkleinerung des Restparkstückes aus Gründen der nicht nachvollziehbaren Verkehrsplanung ist auf alle Fälle zu verhindern."



Autorin: Linzplus, Lorenz Potocnik


13.11.2023

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