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Viel gebaut, viel abgerissen. Höchste Zeit für eine Neuauflage.

Lorenz Potocnik ist nach ein paar Jahren ‚Abstinenz‘ wieder einmal in die Rolle des Autors und Architekturkritikers geschlüpft und hat ein neues Buch herausgebracht. Gemeinsam mit Andrea Bina, Leiterin des Nordico Stadtmuseums und dem Künstler Gregor Graf, hat er den 2012 erstmals erschienenen Architekturführer von Linz komplett überarbeitet, um die letzten 13 Jahre ergänzt und im Salzburger PUSTET Verlag neu herausgegeben. Am Donnerstag, 4. Juli wurde das Buch feierlich präsentiert. Es wendet sich an alle, die Linz lieben, sich für Baukultur und die Entwicklung unserer Stadt interessieren und in die Geschichte eintauchen wollen.


„Die letzten 13 Jahre waren aufregend in Linz. Es wurde irrsinnig viel gebaut, auch viel abgerissen. Allein aus dem vorherigen Buch sind 7 Bauwerke verschwunden, von insgesamt 215. Und die Erstausgabe war schon 2013, also rund ein Jahr nach Erscheinen, bereits vergriffen.


Es war also höchste Zeit für eine Neuauflage. Das hat auch der Pustet Verlag Anfang 2023 so gesehen und uns eine Zusammenarbeit angeboten. Also haben Andrea, Gregor und ich uns an die Arbeit gemacht. Rund ein Jahr haben wir uns Zeit genommen, um die Auswahl zu treffen. So sind nicht nur 29 neue Bauwerke vertreten, wir haben auch die Gelegenheit genutzt, um sieben Häuser aus der Zeit vor 2012 zu ergänzen. 


Ergänzt haben wir – und darüber freue ich mich besonders - den KIOSK im Franckviertel. Bisher eine anonyme Architektur, ist dieser von Hans Schweiger 1953 entworfene Pavillon heute unter Denkmalschutz und gut untersucht. Auch die 1964 erbaute Kapelle von Roland Ertl bei den Diakonissen ist nun drin, so wie das ‚Biesenfeld‘, dass viel mehr ist als eine große Wabenstruktur aus den 1980er Jahren. Das war damals praktisch eine selbst organisierte, riesige Baugruppe, begleitet von Wohnbauforschung und grundsätzlichen Gedanken des gesellschaftlichen Zusammenlebens. 


Neu sind – als Bauwerke - zum Beispiel das Velodrom im Hafenviertel, wichtige Umbauten wie die von Ar chitekt Franz Riepl für die WAG am Bindermichl, städtische Hortbauten, die vielen Brücken, herausragende öffentliche Bauten wie die Bruckner-Uni oder die JKU-Bausteine oder die private Baugruppe in der Holzstraße. Auch die Miniessays haben wir neu gemischt. Stadtplaner und selbst Akteur Andreas Kleboth schreibt kritisch über die Entwicklung der letzten Jahre, über die Zukunft des Urfahraner Marktgeländes denkt Architekt Martin Urmann nach und Architekt Ulrich Aspetsberger analysiert, warum das schlau war, die JKU auch mit moderner Architektur zu ‚pushen‘. Und weil Artur Perotti und Friedrich Goffitzer, die beide auf ihre Art Linz geprägt haben, immer noch zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben, wirft Architekturhistorikerin Veronika Müller einen Blick auf die Biografie dieser zwei so unterschiedlichen Gestalter.


Mit diesem Buch bekommen sie – es gibt kein anderes Buch – einen Überblick über 124 Jahre Baugeschehen und Baukultur in Linz. Rund 250 Bauwerke sind nicht einfach nur schön oder spannend, sondern spiegeln über ein Jahrhundert Linzer Geschichte wider. Ich würde sogar so weit gehen, dass der Architekturführer ein Gefühl für Linz, aktuell und vergangen, gibt. Über das gebaute Moment können wir in verschiedene Zeiten eintauchen, Geschichte oder zum Beispiel den Wandel des Wohnens im Laufe der Zeit verstehen. 

Heutzutage so ein Buch zu machen hat schon fast etwas Anachronistisches. Aber Wir Kinder der 1960er und 70er Jahre lieben das. Wir lieben so altmodische, einfach zu bedienende Sachen. Dieses Buch braucht keinen Akku, keinen Bildschirm, keine App, kein Ladegerät, es ist immer da. Auf so ein Buch ist Verlass. Wir können jederzeit und blitzschnell darauf zugreifen und etwas nachschlagen oder einfach reinlesen und versinken, wo es gerade interessant ist. Natürlich kann man es auch entspannt bei Kerzenlicht von Anfang bis Ende lesen, auch das geht. Deshalb war uns auch der schöne Leinenband so wichtig. Das finden wir sinnlich.  All das beruhigt uns, gibt uns Kraft. Ich hoffe es wird vielen genauso gehen mit diesem Buch.“   



„Architektur in Linz“ wurde vom Bundesministerium für Kunst und Kultur, von der Kulturabteilung des Land Oberösterreich und von der Stadt Linz, ebenfalls über die Kultur gefördert. Auch die Kammer der Ziviltechnikerinnen und Architektinnen hat unterstützt. Ohne diese Grundfinanzierung hätte das Buch nicht realisiert werden können. 




Autor:innen: Lorenz Potocnik

8.7.2024

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