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Ein Taubenhaus für Linz

  • 25. Juni 2022
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. März

Unsere Stadttauben polarisieren enorm. Die einen füttern und lieben sie, für andere sind sie „fliegende Ratten“ und ein großes Problem. Doch unsere Stadttauben sind verwilderte Haustiere und bedürfen einer gewissen Pflege und richtiger Fütterung. Wer sich um die Stadttauben kümmert, leistet einen Beitrag zum Tierschutz, senkt die Kosten für Taubenabwehr-Maßnahmen und setzt sich für einen Vogel ein, der seit Jahrtausenden mit und bei den Menschen lebt. Viele europäische und insbesondere deutsche Städte leben diesen Umgang mit dem Kultur-Vogel bereits vor. Taubenhäuser sind dabei ein wesentliches Element. Leider wurde die Idee eines betreuten Taubenhauses (in anderen Städten bereits bestens erprobt) im Juni 2022 abgelehnt. Auch von den Grünen. Zum Antrag haben sie im Gemeinderat einfach geschwiegen. Wortprotokoll-Auszug der 8. Gemeinderatssitzung am 30.6.2022

Chips essende Tauben beim Musiktheater Linz


Die Straßentaube ist nicht zufällig in unseren Städten aufgetaucht. Genetisch stammt sie nachweislich von der Brief- und Haustaube ab. Daraus folgt, dass ihre problematische Existenz auf unseren Straßen und Häusern aus dem verloren gegangenen Regulativ einer artgerechten Betreuung und Versorgung resultiert. Aufgrund ihrer Herkunft ist das artgerechte Habitat der Straßentaube nicht der Balkon, die Unterführung oder ein verwaister Dachboden, sondern ein Taubenhaus.


Tauben haben in unseren Städten keinen Zugang zu ihrer natürlichen Nahrung, welche eine ausgewogene Körnermischung, Kalk und Gritsteinchen beinhaltet. Im urbanen Lebensraum können diese essenziellen Nahrungsbestandteile nur mangelhaft ersetzt werden. Durch diese chronische Mangelernährung wird das Immunsystem der Taube geschwächt, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Ohne tiermedizinische und tierpflegerische Hilfe resultiert das häufig im Tod der Tiere.

Taubenhäuser hingegen entspannen die Konflikte merklich, weil der Besiedelungsdruck von den Häusern genommen wird, die Verschmutzung nachlässt und die Reduzierung durch den Eieraustausch langfristig zählbar ist. Das Taubenhaus ist ein elementarer Bestandteil einer Gesamtlösung. Ein umfassendes Straßentauben-Management analysiert alle erdenklichen Einflussfaktoren für eine nachhaltige Problemlösung.


Das Augsburger Straßentauben-Modell ist Best Practice: Es gibt im Augsburger Stadtgebiet mehrere Taubenhäuser, Taubenschläge und auch Taubentürme, in denen die Straßentauben artgerecht beherbergt werden und ihre Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden. In Stadtteilen, wo es noch keine betreuten Herbergen für die Stadttauben gibt, hat die Stadtverwaltung in Augsburg kontrollierte Futterplätze eingerichtet. Die Verunreinigungen im Stadtgebiet konnten dadurch stark vermindert werden und die hohen Kosten für die Taubenabwehr kann sich die Augsburger Stadtgemeinschaft sparen. Derzeit betreut der Tierschutzverein in Augsburg 12 Taubenherbergen. Mehr als 200 deutsche Städte sind diesem Modell gefolgt und das mit steigender Zufriedenheit. Dieses Modell ist nachhaltig und effizient zugleich. Und deshalb auch in seiner Innovation konkurrenzlos.

Die Vorteile des Augsburger Modells sind evident. Hier noch einmal aufgelistet:


  1. Innovativ und nachhaltig im Vergleich zu bisherigen Lösungs-Methoden

  2. Auf lange Sicht und in Summe billiger in Relation zu den bisherigen Lösungs-Ansätzen a) Senkung der Reinigungskosten b) Senkung der Taubenabwehrkosten

  3. Sauber und tierartgerecht (bei kompetenter Betreuung) a) Bereinigung der hygienischen Probleme b) Hygienestatus in allen Belangen gesichert

  4. Nachhaltig durch Geburtenkontrolle a) Konsequente Bestandskontrolle b) Senkung der Taubendichte

  5. Sicherung der Tierschutzfragen

  6. Die Architektur der Stadt wird von der lästigen Montage der Taubenabwehr befreit

  7. Keine Beschwerden mehr über Tauben aus der Bevölkerung


Mehr Informationen zu den Straßentauben:


Medienberichte:


Kurier Print 30.11.2022:



10.9.2024, Tiroler Tageszeitung

Um die Taubenbestände in den Städten langfristig sinnvoll zu reduzieren, wurde das sogenannte „Augsburger Modell“ entwickelt. Nach diesem in der Stadt Augsburg erprobten Modell werden Tauben in betreuten Taubenhäuschen angesiedelt, dort artgerecht gefüttert und ihre Eier durch Kunststoffattrappen ersetzt. Der Gelegeaustausch ist – kombiniert mit Aufklärungsmaßnahmen – die einzige sinnvolle, kostengünstige, ethisch vertretbare und langfristig erfolgversprechende Methode, Taubenbestände zu reduzieren.

Doch die ARGE Stadttauben Salzburg (Hans Lutsch) sieht in Innsbruck gut nachvollziehbare handwerkliche Fehler, die dazu führen, dass es nicht funktioniert. Zum Beispiel ist das Taubenhaus viel zu nah am Boden. Die Tauben fühlen sich unsicher und nehmen das Haus daher nicht an.


März 2025. Maria Buchmayr, ehemalige grüne Landespolitikerin und heute zuständig für Nachhaltigkeit an der JKU, hat es verstanden und ein Uni-Taubenhaus eingerichtet. Die OÖNachrichten berichten. Möge die Stadt davon lernen.

14.4.2025, Falter:

Download Artikel als PDF und Screenshot:



10.April 2025, Krone


Update 11.9.2025:

Im Kaplanhofviertel und rund um die Tabakfabrik spitzt sich die Situation mit den Stadttauben immer weiter zu. Täglich liegen tote Tiere auf der Straße, oft zerrissen, weil Raben sich über die geschwächten Tauben hermachen. Die Population rund um die Tabakfabrik ist zu groß geworden, außer Kontrolle und für das Viertel inzwischen ein massives Hygiene- und Tierschutzthema.

 

„Die Situation kann nicht ignoriert werden. Es braucht Maßnahmen. Für die Tiere, für die Anrainer:innen und für das gesamte Viertel. Tauben sind keine Wildtiere, sondern ausgewilderte Haustiere. Wir können sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen bzw. sie mit technischen Hilfsmitteln ‚vergrämen‘, sondern müssen uns um sie kümmern und die in Linz bekannten Populationen endlich professionell managen“, so Brita Piovesan, LinzPLUS-Gemeinderätin und Kaplanhofviertlerin.

 

Ein Taubenhaus auf der Tabakfabrik wäre die richtige Lösung: Dort am Dach könnten die Tiere artgerecht gefüttert, ihre Eier kontrolliert entnommen und die Population so auf tierschonende Weise reguliert werden. Best-Practice-Beispiele gibt es genug – wie etwa an der JKU Linz oder in zahlreichen deutschen Städten wie Augsburg. Die Erfahrungen zeigen, die sich um die Tiere kümmern, dass dies auch viel billiger ist, als jährlich hunderttausende € für Vergrämungsmaßnahmen auszugeben. Die Erfahrungen zeigt aber auch, dass es viele erfahrene Taubenliebhaber:innen gibt, die die nötige Arbeit übernehmen. 

 

„Ein Taubenhaus, in Kombination mit einem Falken, bringt allen etwas: den Tauben, weil sie gesünder und besser versorgt werden, den Anrainer:innen, weil tote Tiere und Schmutz aus dem Straßenbild verschwinden. Und der Stadt, weil das Problem endlich kontrolliert statt verdrängt wird.“ so Piovesan.

 

Seit Jahren fordert deshalb LinzPLUS die Errichtung von Taubenhäusern. Ähnlich wie bei der Tabakfabrik ist die Situation übrigens auch im Volksgarten, im Schillerpark oder am Pfarrplatz, zwischen Kunstuni und Stadtpfarrkirche. 

PS: Die Fotos stammen alle von einem Tag.


14.9.2025, Spaziergang Tabakfabrik, Seite Ludlgasse

 

Update 24.3.2026

Die Tabakfabrik (TFL) hat ein ‘Taubenproblem’, doch statt eine Lösung in Form eines betreuten Taubenhauses zu schaffen, wurden die Dachböden und Brutstätten einfach verschlossen. Das Ergebnis: Die Population sucht sich neue Quartiere im Umfeld auf den Balkonen und Dächern der Wohnhäuser in der Nachbarschaft. 


Taubenplage: Tabakfabrik wälzt ihr ‘Problem’ auf die Nachbar:innen ab

Die Tabakfabrik hat seit langem eine große Taubenpopulation. Jahrzehntelang hat diese auf den Dächern, in den Liftschächten, diversen Nischen und auf den Vorsprüngen des Behrens-Bau gelebt. Mit Ende des Leerstandes, der Sanierung aller Bauteile und seit kurzem gezielter Maßnahmen gegen die Tauben, hat diese große Population ihre Behausungen verloren. Die Tauben, die sehr ortstreu sind, verlassen die Gegend nicht, sondern suchen nun Unterschlupf in der Nachbarschaft. Vom Gelände der Tabakfabrik breiten sie sich ins gesamte Kaplanhofviertel aus. 


“Balkone werden besetzt, Nester gebaut, Fassaden verschmutzt. Für uns direkte Nachbar:innen ist die Situation seit einigen Jahren mehr als ärgerlich.” so Anrainerin und Gemeinderätin Brita Piovesan. “Anstatt sich um ihre angestammte Population zu kümmern, macht die Tabakfabrik einfach die Brutstätten mit Blechen dicht und verlagert die ‘Problematik’ ins Viertel. Anstatt einer Lösung sind nun die Nachbar:innen gezwungen, auf ihre Kosten Netze und Spikes oder andere Abwehrmaßnahmen zu setzen.”


“Wir können Tauben ja nicht vorschreiben, wohin sie fliegen sollen!”Auf das Problem angesprochen, kam von einer Mitarbeiterin der TFL nur lapidar die Meldung, dass man “den Tauben ja nicht vorschreiben könne, wohin die Tauben fliegen sollen”. “So einfach ist es aber nicht. So kann sich die Tabakfabrik nicht aus der Verantwortung stehlen.” so Piovesan verärgert über die Kurzsichtigkeit der TFL. “Linz hat einige große, ortsgebundene Populationen. Unter anderem bei der JKU, die vorgemacht hat wie es gehen kann. Das dort vor einem Jahr errichtete Taubenhaus regelt den Bestand. In Zusammenarbeit mit Tierärzt:innen werden die Vögel dort gesund und in der gewünschten Anzahl gehalten.” 

Taubenhaus für die Tabakfabrik - keine Raketenwissenschaft Unsere Stadttauben polarisieren enorm. “Die einen füttern und lieben sie, für andere sind sie ‘fliegende Ratten’ und ein großes Problem.” so Piovesan. “Doch unsere Stadttauben sind verwilderte Haustiere und bedürfen einer gewissen Pflege und richtiger Fütterung. Wer sich um die Stadttauben kümmert, leistet einen Beitrag zum Tierschutz, senkt die Kosten für Taubenabwehr-Maßnahmen und setzt sich für einen Vogel ein, der seit Jahrtausenden mit uns Menschen lebt.” 


Dazu wird Linzplus dieses Frühjahr erneut einen Antrag im Gemeinderat einbringen. Denn Linz braucht, sowie erfolgreiche Städte in Deutschland ein professionelles Taubenmanagement. Taubenhäuser sind die Basis dafür. Sehr viele Expert:innen, Ehrenamtliche und Taubenliebhaber:innen sind bereit, tatkräftig mitzuhelfen. 



Autor:in: Linz+

25.5.2022

 
 
 

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