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Tatort Knabenseminarstraße: Wo bleibt das Ortsbild?

Und wieder soll ein schönes Haus fallen. Diesmal in der Knabenseminarstraße 33. Nicht weil es kaputt oder marod ist, sondern weil es den Profitplänen lokaler Investoren im Weg steht. Die in den 1930er Jahren gebaute, historische Villa soll fallen, weil auf dem Bauplatz viel mehr geht. Mehr Quadratmeter, mehr Wohnungen (8) und mehr Tiefgarage.

Doch ist das im Interesse der Stadt? Ist es im öffentlichen Interesse, wenn ein schönes Ensemble und Ortsbild schrittweise durch 0815-Bauwerke ersetzt werden? Ist es die Aufgabe der Stadt, einem Investor, der kolportierte 2 Millionen € für das Grundstück bezahlt hat, das Maximum zu ermöglichen, nur damit sein Gewinn steigt und noch mehr Wohnungen um mehr als 7.000 €/m2 (!!) auf den Markt geworfen werden?

Eben nicht. Die Stadt sollte das Ortsbild schützen, nicht leichtfertig Abrissgenehmigungen erteilen und auch nicht immer wieder auf denselben Schmäh, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich sei, hineinfallen. Es geht nicht um Wirtschaftlichkeit, es geht um Gewinnmaximierung. Dagegen muss sich die Stadt stemmen. Falls es Zweifel gibt, genügt ein Blick auf die Seite des Entwicklers: www.artex-immobilien.at Linz und der Pöstlingberg haben wirklich mehr Niveau und einen sorgsameren Umgang mit dem Ortsbild verdient. Was ist zu tun?

Anstatt das Projekt mehr oder weniger diskret und unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzumanövrieren, muss dieses durch den Beirat für Stadtgestaltung. Statt eines Abrisses und zweier gesichtsloser Neubauten, sollte das alte Haus saniert und nur ein Neubau daneben zugelassen werden. Die Knabenseminarstraße, benannt nach dem Knabenseminar im Petrinum wurde in der Zwischenkriegszeit systematisch mit Einfamilienhäusern auf ehemaligen Grundstücken des Petrinums bebaut. Einzelne Häuser sind auch in der Kunsttopografie, Seite 403 - 405 zu finden. Die Struktur und der Charakter aus der Zeit sind bis heute in Grundzügen erhalten.


Der betreffende, 2007 verfasste Bebauungsplan erlaubt viel und will nur Nachverdichtung. Auch der Boden wird nicht geschützt. Am Grundstück (ehemals 2 Parzellen) können zwei Häuser à 4 Wohnungen machen. Darunter kann er eine riesige Tiefgarage (praktisch am gesamten Grundstück) gebaut werden. Dachgeschosswohnungen werden in der GFZ von 0,6 (Linzer Eigenheit) nicht mitgerechnet. Grob geschätzt sind also 700 m2 Nutzfläche möglich.

Blogeinträge zum Thema Ortsbild und zum Gestaltungsbeirat:

Zum Gestaltungsbeirat:

Text Kunsttopographie S. 403- 405:


Medienberichte:





Autor:in: Linzplus, Lorenz Potocnik


29.11.2023

Achtung Augenkrebs

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