Linz soll große Bauprojekte und Hochhäuser künftig nur dann ermöglichen, wenn deren architektonische, städtebauliche und gesellschaftliche Qualität nicht nur versprochen, sondern verbindlich festgelegt und auch tatsächlich umgesetzt wird.Denn eines muss klar sein: Mehr Baudichte darf es nur gegen entsprechend hohe Qualität und einen echten Mehrwert für die Stadt geben.Bruckner Tower, LUX-Tower, Quadrill oder High Five …
Linz soll große Bauprojekte und Hochhäuser künftig nur dann ermöglichen, wenn deren architektonische, städtebauliche und gesellschaftliche Qualität nicht nur versprochen, sondern verbindlich festgelegt und auch tatsächlich umgesetzt wird.
Denn eines muss klar sein: Mehr Baudichte darf es nur gegen entsprechend hohe Qualität und einen echten Mehrwert für die Stadt geben.
Bruckner Tower, LUX-Tower, Quadrill oder High Five am Bulgariplatz zeigen, was bisher schiefläuft. Große Bauprojekte entstehen, aber die Qualität der Gebäude und vor allem ihres Umfelds bleibt oft hinter den Erwartungen zurück. Statt attraktiver öffentlicher Räume, lebendiger Erdgeschosszonen und ausreichend Grün entstehen abweisende Fassaden, Garageneinfahrten und versiegelte Flächen.
Das Problem: Zwischen den ersten Entwürfen und der Fertigstellung vergehen oft viele Jahre. Pläne ändern sich, Eigentümer wechseln, Kosten werden reduziert. Was ursprünglich an Qualität versprochen wurde, bleibt dabei nicht selten auf der Strecke.
Qualität darf nicht länger vom guten Willen der Bauträger abhängen.
Deshalb fordern wir von LinzPLUS klare Spielregeln für große Bauprojekte:
- Verbindliche Qualitätsstandards: Gute Architektur, attraktive Erdgeschoßzonen, Grün- und Freiräume, nachhaltige Mobilität und Klimaanpassung müssen von Anfang an mitgedacht werden.
- Bessere Planungsverfahren: Qualifizierte Architekturwettbewerbe und unabhängige Fachleute sollen für hohe Qualität sorgen.
- Rechtliche Absicherung: Städtebauliche Verträge sollen sicherstellen, dass zugesagte Qualitäten auch bei Änderungen tatsächlich umgesetzt werden.
- Kontrolle bis zur Fertigstellung: Die Stadt muss überprüfen können, ob aus guten Plänen auch gute Gebäude und öffentliche Räume werden.
Graz und Wien zeigen bereits, wie das funktionieren kann. Linz soll nun ein eigenes Qualitätssicherungsmodell entwickeln. Unser Antrag fordert, dass innerhalb von sechs Monaten ein konkretes Konzept vorliegt – einschließlich notwendiger gesetzlicher Änderungen.
Dabei geht es nicht darum, Hochhäuser oder eine dichtere Stadt grundsätzlich zu verhindern. Im Gegenteil: Gute Stadtentwicklung braucht auch neue Gebäude und Verdichtung.
Aber wer in Linz groß und dicht bauen will, muss auch außergewöhnliche Qualität liefern. Und die Stadt muss sicherstellen, dass diese Qualität nicht nur versprochen, sondern auch gebaut und dauerhaft erhalten wird.
Denn Hochhäuser stehen nicht nur ein paar Jahre. Sie prägen unsere Stadt über Generationen. Deshalb dürfen wir uns mit Mittelmaß nicht zufriedengeben.
Kann Linz Hochhaus? Unser Urban Adventure am 1.November 2026 10-13 Uhr, mit Stadtentwickler Lorenz Potocnik.
Hochhaus-Tour mit Lorenz Potocnik, Stadtentwickler & Hochhauskritiker
Download des LinzPLUS Antrags:
ANTRAG_Qualitätssicherung bei städtebaulich relevanten Großprojekten
Beispiele aus Linz:
Brucknertower
Quadrill
Luxtower
Bulgaritower
Graz – Städtebauliche Verträge:
Städtbauliche Verträge – Stadtportal der Landeshauptstadt Graz
Graz – Schwellenwerte, Wettbewerbsverfahren, städtische Beteiligung und Qualitätskontrolle:
Folder-Vertrag_A4-text_druckbogen.pdf
Architekturwettbewerbe – Grazer Modell – Stadtportal der Landeshauptstadt Graz
260806__Leitfaden_Grazer Modell_Tabelle Index-2026.pdf
180903__Leitfaden_kooperative städtebauliche Planungsverfahren.pdf
Gesetzliche Grundlage der Grazer Vertragsraumordnung: § 43 Steiermärkisches Raumordnungsgesetz 2010: RIS – Steiermärkisches Raumordnungsgesetz 2010 – Landesrecht konsolidiert Steiermark, Fassung vom 22.10.2026
Positionspapier Städtebund
Städtebund_Positionspapier_staedtebauliche_Vertraege_2020_Optimized.pdf
Zur verfassungsrechtlichen Entwicklung und Transparenz städtebaulicher Verträge.
Städtebund diskutiert aktuelle Rechtsmaterien – Österreichischer Städtebund
Rechtsgrundlage für Wiener städtebauliche Verträge.
RIS – Bauordnung für Wien § 1a – Landesrecht konsolidiert Wien, tagesaktuelle Fassung
Insbesondere §§ 15, 16 und 35: RIS – Oö. Raumordnungsgesetz 1994 – Landesrecht konsolidiert Oberösterreich, Fassung vom 22.10.2026
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