Legionellenausbruch Linz: Was kann Linz aus dieser Gesundheitskrise lernen und welche Konsequenzen können für kommende Sommer gezogen werden? Genau das wollte PLUS-Gemeinderätin Brita Piovesan per Anfrage von Gesundheitsstadtrat Michael Raml wissen. Doch dieser ist “nicht zuständig.”Von Ende Juli bis Anfang September 2026 sind 32 Menschen an Legionellose erkrankt. Drei (!) Menschen sind an den Folgen …
Legionellenausbruch Linz: Was kann Linz aus dieser Gesundheitskrise lernen und welche Konsequenzen können für kommende Sommer gezogen werden? Genau das wollte PLUS-Gemeinderätin Brita Piovesan per Anfrage von Gesundheitsstadtrat Michael Raml wissen. Doch dieser ist “nicht zuständig.”
Von Ende Juli bis Anfang September 2026 sind 32 Menschen an Legionellose erkrankt. Drei (!) Menschen sind an den Folgen der Erkrankung verstorben. “In der Bevölkerung haben die zurückhaltende Kommunikation und diffusen Meldungen über Infektionen, Ursache und Ansteckungsgefahr Unsicherheit und Angst ausgelöst.” so Brita Piovesan. “Umso wichtiger wäre eine proaktive und laufend aktualisierte Information der Bevölkerung gewesen.” Tatsächlich waren zentrale Informationen auf der Website der Stadt Linz zunächst nur verstreut bzw. kaum auffindbar. Erst nachträglich und viel zu spät wurden einzelne Meldungen auf einer eigenen Informationsseite chronologisch zusammengeführt und mit einem Verweis auf die LINZ AG ergänzt. https://www.linz.at/gesundheit/legionellen.php
Angesichts der Tragweite des Geschehens, vorhersehbarer Hitzeperioden in der Stadt und der damit einhergehenden Errichtung von großen innerstädtischen Kühlanlagen (Fernkälte), muss für die nächsten Sommer ein sicherer und ordentlich geprüfter Betrieb gewährleistet sein. “So müssen diese Kühlanlagen regelmäßig beprobt und kontrolliert werden und im Falle eines Legionellen Ausbruchs ein nachvollziehbares Krisenmanagement und ein Notfallplan zur Verfügung stehen.” so Piovesan, mit Blick auf die nächsten Sommer. “Um das zu gewährleisten, habe ich eine akribische Anfrage an Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Michael Raml mit 23 Fragen gestellt. Zu meiner Verwunderung wurde diese wegen mangelnder Zuständigkeit jedoch abgelehnt.”
Zuständig oder nicht?
“Ist der Gesundheitsstadtrat nun zuständig oder nicht?” will Piovesan wissen. “Denn meiner Meinung nach sind wesentliche Fragen zur Informationskette, zum Krisenmanagement, zur Sicherheit und Gesundheit und der Kommunikation mit der Bevölkerung noch unbeantwortet. Die Linzer:innen tapsen nach wie vor im Dunkeln. Nicht nur bei mir entstand über all die Wochen der Eindruck, dass der Schutz der Verursacherin, die stadteigene Linz AG, wichtiger ist als die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung.”
Eine Nichtzulassung der Anfrage darf nicht dazu führen, dass diese politische Aufarbeitung ausbleibt. “Ziel muss sein – egal wer nun zuständig ist – die Ursachen und den bisherigen Umgang mit dieser größten Gesundheitskrise in Linz bzw. Oberösterreich seit der Covid-19-Pandemie, lückenlos aufzuarbeiten, daraus zu lernen und Konsequenzen für die kommenden Jahre zu ziehen.” so Piovesan abschließend. Das ist über Linz hinaus relevant, denn der Legionellenausbruch wird in der deutschsprachigen Fachwelt genau beobachtet und diskutiert.
Download der PLUS-Anfrage:
Legionellenausbruch Linz Sommer 2026
Linz AG Kühltürme in der Wienerstraße.
Im Bulgariplatz-Viertel leben rund 18.600 Menschen, am Spallerhof weitere 13.000. Dazu kommen tausende Menschen, die in diesem Gebiet arbeiten. Insgesamt wohnen und arbeiten rund 30.000 Menschen im Umkreis von nur einem Kilometer. Gerade für sie wäre eine rasche, umfassende und verlässliche Information besonders wichtig gewesen.



