Im Zuge der irren Hitze und Trockenheit dieses Sommers konnte man auch gut beobachten, welche Stadtbäume dem enormen Stress widerstehen und welche weniger gut oder gar nicht. Je nach Art, Lage, Untergrund und baulichem Umfeld haben die Bäume sehr unterschiedlich auf die extremen Bedingungen reagiert. Folgendes habe ich - über die üblichen Beobachtungen hinaus - …
Im Zuge der irren Hitze und Trockenheit dieses Sommers konnte man auch gut beobachten, welche Stadtbäume dem enormen Stress widerstehen und welche weniger gut oder gar nicht. Je nach Art, Lage, Untergrund und baulichem Umfeld haben die Bäume sehr unterschiedlich auf die extremen Bedingungen reagiert. Folgendes habe ich – über die üblichen Beobachtungen hinaus – feststellen können:
- Fast allen, nach dem Schwammstadt-Prinzip gepflanzten Bäumen geht es auffällig gut. Sie wachsen gut, haben viele Blätter und eine gesunde Krone.
- Bäume, die in Gruppen oder (engen) Alleen stehen, geht es besser. Offenbar schützen sie sich gegenseitig, u.a. durch ein gemeinsames Kronendach und gegenseitige Beschattung.
- Große und sehr große Bäume halten mehr aus. Sie scheinen sich durch ihre Baumkronen selbst zu schützen. Dabei beschatten sie ihren eigenen Kroneninnen- und Wurzelraum, nur die äußeren Bereiche verbrennen in der Hitze.
Das macht die großen, alten Bäume noch wertvoller. - Baumteller und Wurzelräume, die dank ihrer Größe und eines Grasbewuchs kühl bleiben, schonen die Wurzeln und somit die Bäume.
- Bäume, die alleine stehen, und den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sind, leiden sehr stark.
- Junge und kleine Bäume leiden extrem, viele sterben ab.
- Angrenzende Gebäude, spiegelnde Glasscheiben oder heißer Asphalt sind eine extreme Belastung. Durch diese Reflexion und Wärmespeicherung entsteht eine besonders intensive Strahlungs- und Hitzebelastung – die Bäume werden regelrecht ‘gebacken’.
Demnach ist jetzt auch ein sehr guter Moment, die städtischen Bäume auf ihre Gesundheit und Mängel im Umfeld zu untersuchen. Mit einer systematischen Vorgehensweise könnten so bestehende Bäume mit geringen Mitteln für die Zukunft gestärkt und leistungsfähiger gemacht werden.
Dazu gehört zum Beispiel:
- Vergrößerung der Baumscheiben bzw. Baumteller
- Entsiegelung des Bodens durch wasserdurchlässige Oberflächen wie Pflasterung im Umfeld, z.B. bei Parkplätzen
- Gräser im Umfeld der Bäume höher wachsen lassen, das ‘kühlt’
- systematische Bewässerung in Trockenperioden, Fokus auf Bäume statt Blumenbeete
- heiße oder spiegelnde (Glas-)Fassaden im Umfeld entschärfen
- Baumgruppen pflanzen, Alleen ergänzen, einzelne Bäume durch weitere ‘stärken’
Solche und andere Maßnahmen, die bereits bestehende Bäume stärken, sind billiger und wirkungsvoller, als nichts zu tun, die Bäume verkümmern zu lassen und dann womöglich neu zu pflanzen. Viele bestehende Stadtbäume könnten wahrscheinlich mit geringem Aufwand vitalisiert, langfristig lebensfähiger gemacht und so in ihrer Kühlleistung erhalten werden.
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Oben:
Beispiele aus dem Neustadtviertel in Linz
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Positive Beispiele aus Wien



