Ende Juni haben die Projektentwickler der ÖBB im Linzer Ausschuss für Mobilität Auskunft über die kommenden Investitionen in die Schieneninfrastruktur in und rund um Linz erteilt. Durch den viergleisigen Ausbau (in Wirklichkeit sechs, zwei bleiben immer in Reserve) der Weststrecke zwischen St. Valentin und Wels verändert sich auch in Linz sehr viel. Endlich wird es …
Ende Juni haben die Projektentwickler der ÖBB im Linzer Ausschuss für Mobilität Auskunft über die kommenden Investitionen in die Schieneninfrastruktur in und rund um Linz erteilt. Durch den viergleisigen Ausbau (in Wirklichkeit sechs, zwei bleiben immer in Reserve) der Weststrecke zwischen St. Valentin und Wels verändert sich auch in Linz sehr viel. Endlich wird es eine echte Schnellbahn im 15-Minuten Takt und mit einer Station für das Franck- und Makartviertel (Lastenstraße) geben. Dieser neue Knoten soll 2034 in Betrieb gehen. In Summe werden hier in den nächsten 10 Jahren rund 2 Milliarden Euro in die Schiene und den ÖPNV investiert.
Im Zuge dieser Präsentation hat Lorenz Potocnik gefragt:
- a) nach der architektonischen Gestaltung dieser neuen Bahnhöfe und
- b) nach dem stadtentwicklerisch wichtigen und dringend benötigten Durchstich für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen beim Hauptbahnhof
Hier der Auszug aus dem Protokoll.
Zu 1. a) Es wird keinen Architekturwettbewerb geben, sondern die „Standard ÖBB-Gestaltung“. Die Ausrede: Es entstehen viel zu hohe Kosten. Wortwörtlich die „40-fachen“. Das ist natürlich Unsinn.
- b) Es gibt (immer noch) keine konkreten Pläne.
Das ist aus Sicht der Stadtentwicklung grob fahrlässig. Schon im Zuge des Neubaus des Linzer Bahnhofs 2002-2004 wurde die einzigartige Chance für dieses Jahrhundertprojekt bereits vermasselt und verpennt. Die Verantwortung dafür trägt aber vor allem eine komplett passive Stadtspitze und Stadtplanung, die trotz des größeren Projekts, bei dem auch der Nahverkehrsknoten mit Straßenbahn- und Busterminal neu gestaltet wurde, nicht in den Lead gegangen ist.
Jetzt, im Zuge der neuen Infrastruktur-Offensive im Linzer Ballungsraum in Kombination mit dem ÖBB-Areal an der Wiener Straße ergibt sich zum zweiten Mal eine enorme und einzigartige Chance, diesen Durchstich zum und vom Bahnhof zu realisieren und das Zentrum mit dem Makartviertel zusammenwachsen zu lassen. Die Stadt und der Standort Bahnhof würden enorm profitieren. Überspitzt gesagt, spielen Kosten keine Rolle. Die positiven Effekte dieses Durchstichs sind ‘unbezahlbar’ und würden sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte positiv auswirken. Jetzt oder nie, braucht es eine übergeordnete Anstrengung, eine Bündelung der Kräfte um die stadtentwicklerische Sperre, die die Westbahntrasse und das riesige Areal der ÖBB darstellen, endlich zu überwinden. Jetzt oder nie, müssen sich ÖBB, die Stadt, das Land Oberösterreich und der Bund und vielleicht sogar europäische Förderstellen zusammenfinden, um die Finanzierung dafür zu ermöglichen.
Warum das so wichtig wäre, hat Potocnik u.a. in einem Facebook-Post im. Januar 2024 erklärt:
„Die Westbahn stellt eine enorme Barriere in der Stadt dar.
Die roten Pfeile sind die vorhandenen, meist unattraktiven Unterführungen. Dort, wo die gelben Pfeile sind, sollte ein Durchgang sein. Besonders für Fußgänger und Radfahrer wären diese kurzen, direkten Wege so wichtig. +++ Weil solche fehlen, können die Gleise im Bereich des Bahnhofs (zwischen Wiener Straße und Untergaumberg) über eine Distanz von 1,8 km (Luftlinie!) nicht gequert werden. +++
Im nächsten Gemeinderat kommt ein Antrag von den Grünen / Helge Langer auf die Agenda, die einen Radweg über die Westbrücke vorschlägt. Kaum am Tisch, wird behauptet, dass diese Idee „obsolet“ und schon längst in Arbeit ist. Eine Blockade von Blau-Rot ist wahrscheinlich. Bei solchen Spielereien zu Lasten der Mobilität und der Stadt sind wir nicht dabei. LinzPLUS unterstützt diesen Antrag voll und ganz. Uns ist es egal, von wem die guten Ideen für Linz kommen: www.linz.at/Politik/GRSitzungen/GrSitzungen/GetAnfrageAntrag?AnfrageAntragId=996
#alltagsradeln #stadtentwicklungfürlinz #wirtschaftstandort“
Europan14
Eine weitere Gelegenheit wäre der sogenannte EUROPAN14-Wettbewerb für das Grundstück an der Wiener Straße, Ecke Unionkreuzung gewesen. 2017 wurde dieser für das Gelände ausgelobt. Seitdem war das Grundstück wegen Spekulation und verschiedenen Eigentümern blockiert. Hier geht es zu den Projekten und der Auslobung. Thematisiertes Projekt | Europan-Europe.eu
www.europan-europe.eu/en/project-and-processes/?session_filter=19



Doch auch die Auslobung, Jury und die Gewinner „Rock the Block“ Thematisiertes Projekt | Europan-Europe.eu www.europan-europe.eu/en/project-and-processes/rock-the-block haben dem wichtigen Durchstich wenig bis gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Auch da wurde die Chance verpasst. Der Wettbewerb – eine Zusammenarbeit der ÖBB mit der Linzer Stadtplanung hat den Durchstich nicht gefordert.





Der Beitrag der Arbeitsgemeinschaft Mia2, bogenfeld Architekten und Stefan Groh in Zusammenarbeit mit Lorenz Potocnik hat diesen Durchstich und einen großen, sich absenkenden Platz zum zentralen Entwurfsthema gemacht. Allerdings nicht genau beim Bahnhof, sondern zwischen dem Busbahnhof und dem ÖBB-Hauptgebäude. Aus gutem Grund: Das Gelände der ÖBB-Werkstätten bleibt auch langfristig Werkstatt und nicht zugänglich, eine Brücke ist nicht sinnvoll, da sie zu viel Höhe überwinden muss (drei Mal so viel wie eine Untertunnelung) und daher nicht fußgänger- und fahrradfreundlich ist. Auch der direkte Zugang zum Volksgarten ist bestechend für viele, die gar nicht zum Bahnhof wollen.



Facebook-Post Lorenz Potocnik vom 29. Januar 2026 “Endlich kommt Bewegung hinein”.
„Endlich! Nach 10 Jahren Brache kommt endlich Bewegung hinein. https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/einigung-beendet-langen-stillstand-bei-oebb-projekt-an-der-wiener-strasse;art66,4132466
Das war die Grundlage, ein EUROPAN Wettbewerb im Jahr 2017: http://archive.europan.at/ru-504.html
http://archive.europan.at/task-425.html
Leider ist es dabei und bisher nicht gelungen, den Durchstich zum Bahnhof zu schaffen. So wie das in Salzburg vorbildlich gelungen ist.
#StadtentwicklungfürLinz #ideenfürlinz #vision
https://www.facebook.com/share/p/19WC5Zq4PU/
Da das wertvolle Grundstück ewig brach liegt, wäre es auch für die IT:U prädestiniert gewesen. Genau das hat Lorenz Potocnik am 13. Mai 2024 gefordert: “ IT:U in die Stadt. Hier wäre übrigens auch ein guter Ort dafür.”
„IT:U in die Stadt: Auch in der Wiener Straße, 6 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof (mit längst fälligem Tunnel wären es 2), liegen seit 10 Jahren 15.000 m2 brach. Es gab einen internationalen Architekturwettbewerb (http://archive.europan.at/ru-504.html), aber die Sache kommt und kommt nicht vom Fleck.
Zu der unten rot markierten Fläche gibt es einige Flächenreserven. Das Eck „oben links“, aktuell ein kleines Hochhaus aus den 70er Jahren steht wohl auch zur Disposition.
Der Standort wäre ideal für die IT:U.” https://www.facebook.com/share/p/19GShCze7J/
Salzburg hat seinen großen Bahnhofsumbau genutzt, um genau das zu erreichen. Für Salzburg war das ein Befreiungsschlag. Lorenz Potocnik hat dazu u.a. am 14. Juni 2023 gepostet: https://www.facebook.com/share/p/18Ch6yschq/
“Schönster Bahnhof in Österreich?
Eindeutig Salzburg. Alle paar Wochen bin ich dort, so wie gestern. Die Architektur als Alt und Neu ist fantastisch. Das Licht großartig. Die Orientierung ist intuitiv und fällt leicht. Der Vorplatz mit den Bussen und der Zufahrt für PKWs ist ideal. Am besten gefällt mir aber der Durchstich und Eingang auf der „Hinterseite“. +++ Genau so etwas wünsche ich mir für Linz und fürs Makartviertel. Noch gibt es die Chance: Im Zuge der neuen Bebauungen entlang der Wiener Straße kann sich der Bahnhof nach Süden hin öffnen. +++ Doch das braucht große Anstrengungen und Initiative von Seiten der Stadt und der Stadtplanung. Diese sollten spätestens jetzt beginnen.”






