Still und heimlich verschwunden.

Der seit 2016 im Linzer Hafen gelagerte Schrott der Alten Eisenbahnbrücke ist vor einigen Monaten einfach still und heimlich verschwunden. Ein Luger-SPÖ-Wahlkampfversprechen aus dem Jahr 2015 ist damit - nach zehn Jahren - endgültig gebrochen. Der Abbruch und Neubau der Alten Eisenbahnbrücke war ein heiß diskutiertes Politikum. Die eine Seite - zu der auch wir gehört …

Der seit 2016 im Linzer Hafen gelagerte Schrott der Alten Eisenbahnbrücke ist vor einigen Monaten einfach still und heimlich verschwunden. Ein Luger-SPÖ-Wahlkampfversprechen aus dem Jahr 2015 ist damit – nach zehn Jahren – endgültig gebrochen. 

Der Abbruch und Neubau der Alten Eisenbahnbrücke war ein heiß diskutiertes Politikum. Die eine Seite – zu der auch wir gehört haben – wollte eine Zwei-Brücken-Lösung mit Erhalt und Neubau daneben, die andere hat den Abbruch und kompletten Neubau forciert. Eine Volksbefragung hat das im September 2015 endgültig entschieden: Volksbefragung zur Eisenbahnbrücke – LinzWiki 

Um die öffentliche Meinung in der hitzigen Debatte zugunsten des Abbruchs zu beeinflussen, hat die SPÖ 2015 im Vorfeld versprochen, aus einem der drei alten Bögen etwas Neues, ein Kunstwerk oder eine Attraktion zu machen. Der heutige Stadtrat Thomas Gegenhuber hat dafür extra eine „Bürgerinitiative“ gegründet und sogar einen windigen “Ideenwettbewerb” ausgelobt. 
Die “Floating Gardens” wurden prämiert. Mit den hübschen Bildern wurde gezielt ein Trostpflaster inszeniert. Das Signal und die Geschichte: “Wir machen das Beste aus dem Abbruch, auch uns ist die alte Brücke etwas wert. Es entsteht was Neues, was Tolles, wir schaffen ein zeitgemäßes Denkmal.”

Floating Gardens: 2015 von der Luger- SPÖ versprochen – nicht gehalten.

Dass das alles eine Nebelgranate ist, war klar. Aber nur denen, die sich damit beschäftigt haben. Denn die technischen Schwierigkeiten und hohen Kosten einer solchen Nachnutzung waren von Anfang an offensichtlich. Spätestens nachdem der dafür bestimmte Bogen dann ohne Plan und aufs Gröbste mit Hydraulikzangen zerlegt wurde, musste jeder einsehen, dass das Projekt nie ernst gemeint war. 

April 2025…. die Trümmer sind Anfang 2026 verschwunden.

Presseaussendung Lorenz Potocnik vom 15. September 2016
Enormer Aufwand für eine Nebelgranate

Vor der Volksbefragung zur Zukunft der Eisenbahnbrücke im Jahr 2015 wurde seitens der Linzer SPÖ versprochen, einen Bogen zur Nachnutzung aufzubewahren. Es gab sogar einen viel beworbenen Ideenwettbewerb, bei dem das Siegerprojekt „Schwimmender Garten“ ermittelt wurde. Abgewickelt hat den Bewerb eine SP-nahe Plattform mit dem sinnigen Namen „Brücke für Linz“. Mit diesem Wettbewerb wurde vor der Abstimmung ganz offensichtlich etwas vorgegaukelt, was man in Wirklichkeit nie einhalten wollte.

Jetzt wurde der zu erhaltende Brückenbogen ohne Rücksicht auf Verluste in unzählige Teile zerschnitten und in den Hafen verfrachtet. „Genutzt werden können die deformierten Teile höchstens noch als Abenteuerspielplatz auf eigene Gefahr. Auch ein sehr großes Swap-Mahnmal wäre eine spannende Idee“, kann sich Lorenz Potocnik einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Bürgermeister Klaus Luger hat einmal mehr ganz bewusst die Wähler getäuscht und nicht ernst genommen.“

Eine Nachnutzung wurde ganz offensichtlich nie ernsthaft in Erwägung gezogen. „Mit der Zerstörung des Brückenbogens wurde von Klaus Luger ein Schlussstrich gezogen. Warum die unbrauchbaren Teile jetzt um teures Geld auch noch in den Hafen gebracht und dort drei Jahren gelagert werden, setzt dem ganzen die Krone auf.“ Potocnik beziffert die Transport- und Lagerkosten für die nächsten drei Jahre mit über 100.000 Euro: „Wozu dieses unwürdige Schmierentheater – etwa nur dazu, dass Luger sein schlechtes Gewissen beruhigt – oder zu hoffen, dass auch über diese Sache Gras wächst? Dieses Verzögern, Verschleppen und die Leute an der Nase herumführen wird langsam, aber sicher zur Tradition bei der Linzer SPÖ. Beim SWAP funktioniert das ja auch ganz gut.“ 

Die Forderung von Lorenz Potocnik ist klar: „Endlich ehrlich kommunizieren, was Sache ist und nicht sinnlos weiter Geld verbraten. Und dabei stellt sich schönn langsam die Frage: Was kann man so einem Bürgermeister noch glauben?“

Presseaussendung Lorenz Potocnik vom 22. August 2016 
Vor Zerstörung des dritten Bogens der Eisenbahnbrücke:
Erst (nach)denken, dann schneiden

Der von der LINZ AG versprochene Nachdenkprozess, wie man den dritten Brückenbogen der Eisenbahnbrücke einer Nachnutzung zuführen kann, wird ad absurdum geführt: Für den Transport in den Hafen muss das 87 Meter lange Brückenteil in mehrere Teile zerschnitten – und somit unwiederbringlich zerstört werden. Für eine echte Weiterverwendung als Tragwerk wäre er dann weitgehend unbrauchbar.

Stadtentwickler Lorenz Potocnik schlägt daher vor: „Solange nicht klar ist, wie der Brückenbogen weiter genutzt wird, sollten wir ihn nicht zerstören. Am Rand der Manipulationsfläche bei der Eisenbahnbrücke ist genug Platz, um ihn zwischenzulagern.“

Eine Weiternutzung des dritten Brückenbogens wurde seitens der Stadt Linz und der LINZ AG bereits fix zugesagt. Bis das Wo und Wie feststeht, soll dieser im Handelshafen zwischengelagert werden. Das Stromtragwerk ist mit 86,60m x 13m aber vor allem zu hoch, um in einem Stück zur geplanten Lagerfläche im Hafen transportiert zu werden. Die Durchfahrtshöhe unter der VOEST-Brücke beträgt lediglich acht Meter, auch ein Straßentransport ist aufgrund der Größe unmöglich. Das Teil muss daher in mehrere Teile zerschnitten werden. Da der 3. Brückenbogen nach dem Unfall nun voraussichtlich auch per Fallen auf den Boden gebracht wird, ist ein Zerschneiden und wieder Zusammensetzen nicht mehr sinnvoll. Dieses Zerlegen soll bereits in wenigen Tagen beginnen und bis September abgeschlossen sein.

Weiternutzung wurde fix versprochen

Diese an den Tag gelegte Eile erscheint sinnlos: Die Brückenbaustelle ruht jetzt weit über ein Jahr. Zudem steht noch nicht fest, wo und wie der dritte Brückenbogen weiter genutzt werden kann. Warum dieser dennoch sofort zerschnitten und im Hafen zwischengelagert werden soll, ist unverständlich. Eine Weiternutzung wurde fix versprochen – und hat daher wohl auch das Abstimmungsverhalten bei der Volksbefragung beeinflusst.

Hier hakt Lorenz Potocnik ein: „Erst denken, dann schneiden. Machen wir so bald wie möglich einen Ideenwettbewerb, wie der 3. Brückenteil wirklich genutzt werden soll, bevor er aufwendig zerschnitten und weitgehend unbrauchbar gemacht wird.“ Die Brückenbaustelle ruht jetzt über ein Jahr. In dieser Zeit könnte man locker einen Nachdenkprozess abwickeln, was mit dem Bogen geschehen soll. 

Potocnik: „Vielleicht finden wir ja sogar eine Vorort-Lösung – etwa als Übergang über eine mögliche Badebucht, als Klettergerüst oder als Donaucafé – alles ist möglich.“

Potocnik fordert daher, den dritten Brückenteil nicht zu zerschneiden, sondern diesen am Rand der Manipulationsfläche zwischenzulagern. „Etwas erst defacto kaputtzumachen und dann zu entscheiden, wie man es eigentlich nutzen will – das klingt nach Schildbürgerstreich.“

Fotos vom Abbruch und der Zwischenlagerung der Brücke  aus dem Jahr 2016. 

Originalpläne der Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1898.

Fotos aus dem Jahr 2018: 10 Jahre Ignoranz. Es wurde versucht „Gras und Bäume“ über die Sache wachsen zu lassen. Hier die gelagerten Teile der Eisenbahnbrücke im Hafen. 

Medien

LINZA August 2026: Brückendenkmal offenbar Geschichte 

27. September 2023:
Da es keine Ideen gibt, rosten die Reste der alten Eisenbahnbrücke seit genau sieben Jahren still vor sich hin. Dazwischen wachsen schon die Bäume. #urbanadventure #eisenbahnbrücke https://www.facebook.com/share/p/1CiVt2rLzE/

Ein Bericht des LINZA.at aus dem Jahr 2022… viel versprochen, nicht gehalten: https://www.linza.at/eb2022/

4.August 2020:
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid079abh26LVRE7bQ68XwMbT8nL5XUGxBDt9g31LVEZandUgW14CgYvY7rc5r1bvM2bl&id=742665699114646

20 November 2020: 
Heute ist wieder einmal die alte Eisenbahnbrücke in den OÖNachrichten. Offenbar soll der Schrott nun wirklich auf „Teufel komm raus“ im Hafengelände aufgestellt werden. Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider (der das Problem nun von Bürgermeister Klaus Luger geerbt hat und wohl aus Parteiräson übernimmt) spricht davon, „diese auf ein Fundament zu stellen und damit auch begehbar zu machen“.

—> Verdammt, haben die noch immer nicht begriffen, dass die Teile komplett unbrauchbar sind, weil sie verbogen und verstümmelt sind und sowohl der ganze Unterboden (von 0 bis 1 Meter) als auch das Mittelgestänge weggeschnitten und vernichtet wurden, also fehlen?!

—> So grob und sinnbefreit wie hier agiert wurde (anstatt einen Bogen als Ganzes auf der Donaulände zu belassen), sind die Teile nicht  mehr zu retten. Es macht keinen Sinn!  Bürgermeister Klaus Lugers Versprechen einen Bogen zu erhalten ist gescheitert.

Was ich schon 2016 davon gehalten habe ist hier (Vorsicht Sarkasmus!) nachzusehen: https://www.youtube.com/watch?v=TAh3bYa3Xg4

https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid037b8gKzuGsB2cbnT9GQZwG7F8RrWbo8nL5KvBLUzME4yx4eWsZCfVTNa6HEhQh3wTl&id=742665699114646 

11.November 2018:
Das ist von der Eisenbahnbrücke übrig geblieben. Seit bald 3 Jahren rosten die Teile eines Bogens sinnlos im Handelshafen dahin. Leider kann aus dem unbrauchbaren Schrott nichts mehr werden, zu lieb- und hirnlos wurde drauf los geschnitten. Schon damals hab ich mich in einem kurzen, launigen Video über den teuren Wahlkampfgag von Bürgermeister Klaus Luger schon ausgelassen. Wann kommt der Müll endlich weg? https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0QZZ9sHt648CBurEy8ZY1GQBm7pcFqyEGFs6f3ZzNw1ZvPoSQKWJSCTWDyYS7KqGWl&id=742665699114646

September 2016:
“Danke für nichts, Herr Bürgermeister.“ Ein launisches Video zum Schrott und leerem Versprechen: https://www.youtube.com/watch?v=TAh3bYa3Xg4&t=4s

20. Februar 2016:
Es heißt Abschied nehmen von der alten Eisenbahnbrücke. Das ganze ist bitter und ich bleibe bei meiner Meinung, die ich mir im Zuge intensivster Auseinandersetzung und dem über 3 Jahre langem Versuch sie zu retten gebildet habe: das Denkmal wäre relativ leicht zu erhalten gewesen. Eine zweite Brücke daneben wäre die sparsamere, spannendere und schönere Variante geworden. Die kommende Lücke von 4-5 Jahren hatten wir uns auch erspart.

Die Linzer Eisenbahnbrücke hat nicht „ausgedient“, wie immer wieder – leider auch von den OÖN – geschrieben wird. Nein! Ihr Abbruch wurde „vorsätzlich geplant“. Da hast du Recht, Wilfried! Es wäre im Gegensatz dazu – bei sauberer Planung – leicht gewesen, sie einer neuen, sinnvollen Nutzung zuzuführen. In Summe mit weniger Kosten und Schaden für die Allgemeinheit. Und einer spannenden 2-Brückenlösung, ohne 5-Jahres Lücke. https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid02oVqpLmQf6NBpMTL6Fiu2BXSPpjDo2ip4xQRc5hQR75gaLoGdgrK2yRVbXHuxbiGyl&id=100002910904275

Mehr Artikel aus Krone, Kurier und OÖN aus KW 36 2016

Brita Piovesan

Brita Piovesan